Verband Hamburger
Ski Vereine e.V.
VHSV

Geschichte

Gründung

Der Verband Hamburger Ski Vereine (VHSV) ist nicht, wie andere Fachverbände mit einer langen Tradition behaftet, sondern ein junger Verband mit einer kurzen Geschichte.
Entstanden ist der VHSV auch nicht auf einer Skihütte in den Alpen oder in den Harburger Bergen, sondern ganz banal am grünen Tisch.
Und begonnen hat alles mit einem Desaster. Im Oktober 1981 wird der Ski Verband Hamburg wegen Konkurs aufgelöst. Dieser Vorgang war damals im Hamburger Sport einmalig. Und der Schock sitzt bei den Sportlern tief. Es besteht keine Startberechtigung bei den Skirennen – die Aus- und Fortbildungsmaßnahmen und Skireisen fallen aus und die Interessenvertretung im Hamburger Sportbund (HSB) und im Deutschen Skiverband (DSV) fehlt.

Im Sommer 1982 sitzen wieder Vertreter aus Hamburger Skivereine und Vereinen mit Skiabteilungen zusammen, um unter Obhut des Hamburger Sportbundes einen neuen Sportfachverband für den Skisport in Hamburg ins Leben zu rufen.
Zu Anfang gibt es viele kritische Stimmen und Bedenken. Gegen die Gründung im Allgemeinen, gegen ehemalige Mitglieder der Verbandsführung und gegen Pläne wieder Reisen zu veranstalten. Erst in vielen Treffen kann ein Konsens gefunden werden.

Am 31. August 1982 treffen sich 42 Vertreter von 16 Skivereinen und Vereinsskiabteilungen zur Gründungsversammlung des VHSV. Ganz unkonventionell hat jeder Verein unabhängig von seiner Größe und seiner Mitgliederzahl in dieser Sitzung eine Stimme. Eine erste und wichtige gemeinsame Entscheidung

Viele langjährige und erfahrene Sportvertreter aus den Vereinen beraten mit Unterstützung des HSB Vizepräsidenten Klaus Jürgen Dankert und des HSB Hauptgeschäftsführers Erwin Tasche, sowie eines Vertreters des Deutschen Skiverbandes einen Satzungsentwurf. Am Ende der Sitzung wird einstimmig eine neue Satzung beschlossen und ein neues Präsidium gewählt.
Zum 1. Vorsitzenden wird Ulrich Kröckel (HVfS) gewählt, ihm zur Seite stehen als 2. Vorsitzender Otto Babucke (SCHan)und als Schatzmeister Arnold Siebert (FTV). In der ersten Zeit steht für die drei Vorständler die Aufnahme in den Hamburger Sportbund (HSB) und in den Deutschen Skiverband (DSV) sowie die Aufstellung einer gesicherten Finanzierung im Vordergrund. Alle weiteren Themen müssen vorerst in den Hintergrund treten.

Aufbaujahre

Schon 1983 beginnt der Sportbetrieb wieder. Im Winter nehmen die ersten Skiläufer an den Skirennen im Harz teil, im Sommer ist eine Gruppe Jugendlicher auf Grasski in der gesamten Bundesrepublik mehr als erfolgreich.

In einer sehr aktiven und leistungsstarken Gruppe der Hamburger Jugendlichen unter der Führung von Günter „Olli“ Oldehaver können im Grasskilauf viele Titel bei Landesmeisterschaften nach Hamburg geholt werden. Zwei Sportler vom TuS Wandsbek von 1881 sind sowohl im Winter auf Ski als auch im Sommer auf Grasski über die Landesgrenzen hinaus sehr erfolgreich bei Jugendrennen in Deutschland und im benachbarten Ausland.

Schon 1987 wurde die Jugendarbeit in Hamburg durch eine Einladung zu den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstorf belohnt. An dem vom Deutschen Skiverband ausgerichteten Jugendlager durften zwei Jugendlichen von der Skilangläufer Vereinigung teilnehmen. Als einer von fünf Betreuern wurde der VHSV Jugendwart Thomas Esser für das DSV-Jugendlager benannt.

1988 erhielt Katja Schierhorn für ihren erfolgreichen Einsatz eine Einladung zum Olympischen Jugendlager in Calgary/Canada – Ulrich Oldehaver vertritt noch heute den VHSV in der Seniorenklasse im Alpinen Skilauf.

In den 80 Jahren wurde jährlich unter der Leitung des langjährigen Sportwart Rudi Reindel und Jugendwart Thomas Esser in den Herbstferien die Jugendtrainingsfahrt nach Hintertux/Österreich durchgeführt. Bis zu 45 Jugendliche und Betreuer fanden den Weg in die Berge.

Mitte der 80 er Jahre intensivierte sich die Jugendarbeit vor Ort als gemeinsame Jugendarbeit dreier Vereine: Walddörfer Sportverein, Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft und Gut Heil Billstedt. 2 mal wöchentlich wurde mit Grasski abwechselnd am Öjendorfer Rodelhügel und am Reiherberg trainiert.
Die Jugend feierte ihre eigenen Ski-Feste in der Vereinshalle von Gut Heil Billstedt. Im Sommer wurden Surfreisen nach Dänemark organisiert.
Aus diesem Kreis nahm Shenja Langkat sogar an Deutschen Jugendmeisterschaften im Alpinski teil.
Er und sein Bruder, der Verbandsjugendwart Timo Langkat vertraten die Hamburger im Olymischen Jugendlager bei den Olympischen Spielen in Albertville. Auch bei den Olympischen Winterspielen in Lillehammer war Hamburg mit Lars Beckmannshagen im Jugendlager vertreten,. während die heutige Präsidentin bei beiden Olympischen Spielen zeitgleich ein trinationales deutsch- französisch- norwegisches Jugendlager zur Thematik Olympische Winterspielen und Umweltschutz leiten durfte.

Das Thema Umweltschutz hatte schon früh Einzug in die Aus- und Fortbildung Einzug gehalten. Anfang der 90er Jahre beschäftigte der Verband im Rahmen einer ABM-Massnahme für 2 Jahre eine Mitarbeiterin zum Thema. In diese Zeit fällt auch die gemeinsam mit der Hamburger Sportjugend veranstaltete jugendpolitische Bildungsreise ins Allgäu. Dort wurde die Thematik Skisport und Umwelt intensiv begutachtet und erwandert. Eine große Fotoausstellung verdeutlichte in der Folge auch Hamburger Skisportlern die möglichen Schäden durch Beschneiung, Pistenpflege und Nutzung bei Schneemangel.

Sport in schneefreien Zeiten zu treiben war und ist immer ein Thema im Verband gewesen. 25 Jahre lang reisten die skibegeisterten Hamburger Ende Oktober regelmäßig nach Harburg zum Waldlauf. Bei gemeinsamer Erbsensuppe „satt“ wurden anschließend die Verabredungen für die Wintersaison getroffen.

Die Hamburger Meisterschaften Alpin und Langlauf fanden regelmäßig unter großer Beteiligung im Harz statt. Startfelder von fast 100 Sportlern bescherten viele gemeinsame Stunden im Schnee.

Die Aus- und Fortbildung von Fachübungsleitern war ebenfalls fester Bestandteil des jährlichen Sportbetriebes.

Und für gesellige Runden wurde gerne die Kärtner Hütte in Harburg angelaufen.
Auch die großen Vereinsfeste, das Stiftungsfest der Billstedter wie auch der Skiball der Bergedorfer waren für viele nicht aus dem Terminkalender wegzudenken.

Zwischenzeitlich gab es die ersten Generationswechsel in der Vorstandsriege, der Verband bekam Zulauf und die Mitgliederzahlen stiegen auf annähernd 3.500 Sportler.

Neue Sportarten wie Inlineskating, Rollskilauf und Snowboarden kamen fließend zum Verbandsleben hinzu – für eine kurze Zeit waren auch die Wasserskiläufer bis zur Gründung eines eigenen Fachverbandes dem VHSV angeschlossen.

Das Olympische Feuer wurde auf dem Weg nach Lillehammer 1994 auf Rollski in einer Stafette vom Flughafen bis zum Rathaus gebracht.

Aus diesen Reihen machte besonders Jan Michaelis (WSV) von sich reden, der es zu Teilnahmen an Olympiaden und Weltmeisterschaften im Snowboard schaffte und 1.Plätze im Weltcuprennen verzeichnen konnte.

Die schneearmen Winter machten aber auch dem Hamburger Verbandsleben zu schaffen. Winterplanungen konnten nicht eingehalten werden, Rennen wurden vermehrt abgesagt. Alternativprogramme wie Wandern im winterlichen Harz wurden organisiert. Reine Skiveranstaltungen wurden kaum mehr möglich, zu unsicher waren die Schneeverhältnisse. Die Vereine haben mit ihren Angeboten auf diese veränderten Umweltbedingungen reagiert und vielseitige Angebote vorgehalten.

Der Tus Berne konnte viele Jahre erfolgreich im Tourenwettbewerb des Deutschen Skiverbandes durch seine erwanderten Kilometer vordere Plätze erzielen.

Die Hamburger Meisterschaften Alpin hatten nach diversen schneearmen Wintern im Harz und vielen verschiedenen Stationen in den Alpen für die jährlichen Wettbewerbe eine neue Heimat in Oberjoch im Allgäu gefunden. Alt und Jung, groß und klein konnten in schneesicherer Lage und mit großartiger Unterstützung des WSV Unterjoch die Besten Skiläufer ermitteln.

Im Jahre 2007 und mit vielen neuen und wenigen alten Gesichtern in den gewählten Ämtern, aber mit vielen alten Gesichtern als besonders gerne gesehenen Gästen wurde das 25 jährige Jubiläum in der neu errichteten Skihalle Wittenburg gefeiert. Bei sportlichen Wettkämpfen auf der Piste und vielen Gesprächen über die gute alte Zeit verging der Tag wie im Zeitraffer.

Der VHSV heute

Die Jugendtrainingsfahrt wurde vor einigen Jahren unter der Leitung von Jugendwartin Meike Kuhrt und Sportwart Peter Rammelt neu gestartet und gehört heute wieder zu einem festen Sportereignis im Jahr. Besonders zu erwähnen sei, dass Meike aus der letzten Generation Jugendlicher der Trainingsfahrten aus den 80er Jahren gehört und damit den früheren Weg fortführt. Bei den heutigen Veranstaltungen sind immer häufiger auch die Kinder von Ehemaligen jugendlichen Teilnehmer der Hamburger Meisterschaften oder der Jugendtrainingsfahrten zu sehen.

Die Übungsleiter Aus- und Fortbildung hat sich im Laufe der vergangenen Jahre unter der Leitung von Lehrreferent Ulf Denecke und seinem Lehrteam eine hohe Leistungsfähigkeit aufgebaut und Anerkennung für die Erfolge der „Nordlichter“ aus dem DSV erhalten.
Gemeinsam mit Skisportlern aus den umliegenden norddeutschen Landesverbänden treffen sich auch Hamburger Skifahrer in den Skihallen Wittenburg und Bispingen zum gemeinsamen Torstangentraining und tragen wieder ein paar Skirennen aus.

Der VHSV hat seit 2007, wie auch der Bayrische Skiverband und der Skiverband Thüringen mit Claudia Grabichler eine Präsidentin. Ihr zur Seite steht als Vizepräsident Henning Rohlf.

Zu den Ehrenamtlichen aus der Gründerzeit sind noch Schatzmeister Thomas Esser und Hubert Fehr für den Skisport an Schulen tätig. Auch die Fachbereichsleiterin für Tourenwesen Gisela Bünsch gehört zu den langjährigsten Ehrenamtlichen im VHSV.

Aber es darf auch nicht verkannt werden, dass Hamburg nun einmal Alpenfern liegt und das Sport- und Freizeitangebot einen ganz anderen Stellenwert hat, als vor 30 Jahren.
Die Mitgliederzahlen in den Vereinen sind stetig gesunken und der Altersdurchschnitt ist im gleichen Maße gestiegen.
Heute sind im VHSV noch etwa 1.700 Skisportler organisiert – die Skibegeisterung in Hamburg insgesamt dürfte jedoch weitaus höher liegen, wie die Gästezahlen in den Wintersportorten immer wieder eindrucksvoll beweisen.